Scipio Verlag

Newsletter 07.04.2015

Liebe Leser,

seit dem letzten Newsletter sind vier Neuerscheinungen zu verzeichnen. Ich hoffe, der eine oder andere Titel findet Ihr Interesse.

Hansjoachim Bernt

 

 

 

Eric Zonfeld – AH - Ich war nie weg
SCIPIO 06

Was wäre wenn ... AH tatsächlich im Jahr 2014 ›zurückkäme‹? Wäre er sprachlos? Oder würde er in einer Tabula rasa voller altbekannter Unlogik, Hetze und Lüge – aber diabolisch geschickt! – in die real existierenden politischen Wespennester des Heute vorstossen?

Hitler wäre nicht Hitler, würde er nicht versuchen, unerbittlich die Bruchstellen unserer Gesellschaft aufzuspüren und seine Hetze zielgenau darauf zu konzentrieren. Sein Programm wäre im wesentlichen das ausreichend bekannte – und das Jahr 2014 würde er gnadenlos sezieren, um die alten Feinde wiederzuentdecken und sich neue zu machen. Eine echte Hitler-Satire ist nur eine solche, die neben den Comedy-Elementen auch (oder vor allem) dies berücksichtigt.

Und obwohl eine Satire bedeutet, daß auch mal herzhaft gelacht werden darf, sollte uns allen eines klar sein: Hitler war kein Clown! Hitler war Hitler, das wahrscheinlich größte Unglück, das Deutschland passieren konnte.

Der Autor:
Eric Zonfeld ist seit über zwanzig Jahren selbständig im Verlagsgeschäft tätig. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Bonn. »AH – Ich war nie weg« ist seine zweite Hitler-Satire.

ISBN 978-3-95634-004-8
160 Seiten, Taschenbuch, Euro 6,90

 

 

Norman Spinrad – Der Stählerne Traum
SCIPIO 07

Norman Spinrad (* 15. September 1940 in New York City) ist ein Genie, er ist ein ebenso grandioser wie hochintelligenter politischer Autor. Sein erster Geniestreich war »Bug Jack Barron« (ab 1967; deutsche Ausgabe: »Champion Jack Baron« bei Heyne), in dem Spinrad so einige der danach und bis heute die westliche Welt beeinflussenden oder gar beherrschenden Polit-Mechanismen und ihre populären Inkarnationen vorwegnahm, ausgeführt in einer einzigartig faszinierenden literarischen Qualität. Leider ist es so, dass Autoren dieses Qualitätskalibers nicht immer die kommerzielle Aufmerksamkeit erfahren, die nach objektiven Beurteilungskriterien verdient wäre.

Der wahrscheinlich erfolgreichste Roman von Spinrad ist »The Iron Dream« (1972). Eigentlich kein Wunder, verkauft sich ein Roman mit einem kontrafaktischen Hitler-Hintergrund immer besser, als ein Buch ohne diesen. In Deutschland erschien »Der Stählerne Traum« in der auch für die vorliegende Ausgabe verwendeten (gleichwohl durchgesehenen) Übersetzung von Walter Brumm im Jahre 1979 im Heyne Verlag und erreichte mehrere Nachauflagen. Nun ist es natürlich noch ein Unterschied, ob ein Roman irgendwo in der Welt erscheint – oder in Deutschland. Den am politischen Hintergrundgeschehen ebenso wie an Geisteskrankheiten Interessierten sei empfohlen, die Begleitgeschichte der ersten deutschen Veröffentlichung des »Stählernen Traums« nachzulesen.

Das vorliegende Werk ist einer der wirklich bedeutenden Diamantsplitter innerhalb der Science Fiction-Literatur als solcher und ebenso, ob seiner besonderen deutschen Veröffentlichungsproblematik, ein lohnenswertes Anschauungsobjekt der Reflektionen der Gesellschaft auf seine bloße Existenz.

ISBN 978-3-95634-020-8
384 Seiten, Klappenbroschur, Euro 16,90, lieferbar

 

 

Eric Zonfeld – Mr. Alarming (Die Bekenntnisse eines sexbesessenen Serienmörders und Politikers)
SCIPIO 08

Und plötzlich war ich inmitten einer surrealen Welt. Ich staunte über meine Reflexe, die sich der Horde anpassten, in der ich nun mittrottete: Mein Gang hatte etwas von einem vor sich hin torkelnden Blöden an sich, meine Bewegungen waren ziellos, die Gebärden sinnlos und überflüssig – fühlte es sich so an, wenn man völlig verrückt wurde? Offenbarte solches Handeln die höchste Stufe des Glücksempfindens der anderen Menschen? Ich beeilte mich, aus Gründen der Tarnung gelegentlich und unvermittelt dieses irre »Helau« auszustoßen und dabei wildfremden Menschen zuzuglucksen, die ebenso spontan kirre dumpfbackig zurückgrüßten. Ein vom bunten Treiben besonders entfachter anderer Clown drängte an mir vorbei, rempelte mich dabei an, und es mag sein – so genau erinnere ich das nicht mehr, bitte glauben Sie mir das! –, dass ich bei dem Versuch, die lustige Idee hinter diesen karnevalistischen Massenveranstaltungen auch körperlich wiederzugeben, dem nach Bier und Gewöhnlichkeit stinkenden Mann meinen Ellbogen in die Seite rammte. Tranige, wässrig blaue Augen glotzten mich an, denen ich in täuschender Absicht freundlich zunickte, um dem Clown zu signalisieren, dass und wie sehr wir doch alle von der gleichen Emotion beseelt waren, Freude zu erleben; getrieben von der erschütternden Hilflosigkeit, der eigenen Existenz auch nur den minimalsten Sinn abgewinnen zu können; besessen davon, emotionale Erlösung vom Alltagstrott in alkoholisiertem Vergessen zu finden, und das alles nur durch den Umstand, sich ein Mal im Jahr so richtig zum Vollidioten zu machen – was für ein erbärmliches Leben. Aber was machte der Clown, anstatt all dies zu bedenken? »Wat soll dat?«, pöbelte die Witzfigur mich an, während wir Seite an Seite im Strom der Narren weitergingen.
Ich griente das Abbild eines fröhlich unbeschwerten Lächelns auf mein Gesicht, realisierte dann aber, dass der Idiot das durch meine Maske nicht sehen konnte. Also verdrehte ich schauspielerisch gekonnt die Augen, hob die Hände zu den Ohren und machte einen Winki-Winki, den ich der Situation durchaus angemessen fand.
»Warum juckste so ernst, min Jung?« Hörte ich da so etwas wie Anteilnahme, gar Mitleid? Sprachen seine unbewussten Kontrollmechanismen an, die gerne »soziale Kompetenz« genannt wurden, in Wahrheit aber auf der Suche nach einem Abtrünnigen waren? Würde er in den nächsten Minuten, gemeinsam mit anderen Clowns, Alkoholisierten, Versagern und Möchtegern-Huren mit mir über die Echtheit meiner karnevalistischen Aktivitäten diskutieren wollen? Sie verstehen sicher, dass ich es darauf nicht ankommen lassen konnte, und ich will nicht verschweigen, dass etwas tief in mir drin auf einen solchen Moment hingesteuert hatte. Es kam einfach so, wie es kommen musste.

ISBN 978-3-95634-021-5
320 Seiten, Taschenbuch, Euro 9,99

 

 

Übersicht SCIPIO-Titel:

 

SCIPIO 1 (bereits erschienen),
„Der Golem-Faktor“ von Moritz Römstein, 336 Seiten, Euro 9,99
ISBN 978-3-906040-01-1

SCIPIO 2 (bereits erschienen)
„Tagebuch eines Narren“ von Aleister Crowley, 448 Seiten, Euro 29,90
ISBN 978-3-937355-58-0

 

SCIPIO 3 (bereits erschienen)
„Simulacron-3“ von Daniel F. Galouye, 240 Seiten, Euro 19,90
ISBN 978-3-937355-59-7

 

SCIPIO 4 (bereits erschienen)
„Adolf Hitler – Der totale Frieden“ von Eric Zonfeld, 240 Seiten, Euro 9,99
ISBN 978-3-937355-81-8

 

SCIPIO 6 (bereits erschienen)
„AH – Ich war nie weg“ von Eric Zonfeld, 160 Seiten, Euro 6,90
ISBN 978-3-95634-004-8

 

SCIPIO 7 (bereits erschienen)
„Der Stählerne Traum“ von Norman Spinrad, 384 Seiten, Euro 16,90
ISBN 978-3-95634-020-8

 

SCIPIO 8 (bereits erschienen)
„Mr. Alarming“ von Eric Zonfeld, 320 Seiten, Euro Euro 9,99
ISBN  978-3-95634-021-5

 

 

 

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